Pommern

Soziale und ökonomische Netzwerke der Deutschen im östlichen Europa im 19. und 20. Jahrhundert

Deutsche im Osten / Lehrstuhl in Dresden

FAZ 18.10.2017 Seite N 4

Das Wissen über die Kultur der Deutschen im Osten, die über Jahrhunderte eine große Strahlkraft entfaltet hat, ist fast verschüttet.
Die reiche Kultur und lange Geschichte deutschsprachiger Siedler im Osten Europas ist nicht nur Teil unserer Identität, sondern gehört auch zur europäischen Erinnerungskultur.

Pommern in Deutschland und in Europa im 20. Jahrhundert

Diese Arbeit verfolgt keine wissenschaftlichen Ziele. Sie dient als Hintergrund der Familienchronik der Familien Last und Lejeune aus Schlawe/Hinterpommern und Stettin, die dem Pommerschen Landesmuseum in Greifswald zusammen mit den Dokumenten der Familien im Dezember 2006 (s. Schreiben des Landesmuseums vom 18.Dezember 2006) überlassen wurden. Mehr oder weniger zufällig ist die Zusammensetzung der nach Flucht und Vertreibung überkommenen Dokumente.

Ein Zufallsergebnis sind auch die zitierten Quellen. Sehr hilfreich war bei der Suche nach Quellen die Bibliothek der Stiftung Gerhard-Hauptmann-Haus in Düsseldorf mit ihren Veröffentlichungen und Sammlungen über die historischen deutschen Ostgebiete. Nachgegangen bin ich in erster Linie dem von Arnulf Baring bereits 1990 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung festgehaltenen Gedanken einer kontinuierlichen Entwicklung Deutschlands zwischen 1871 und 1990 und damit implizit Pommerns.

Flüchtlingslager in Dänemark

Die deutsche Marine rettete im Frühjahr 1945 viele Flüchtlinge aus Pommern und Ostpreußen über die Ostsee. Die deutschen Häfen und auch das Land Schleswig-Holstein waren überfüllt. Man musste auf Dänemark ausweichen. Etwa 200.000 Flüchtlinge – überwiegend Frauen, Kinder und ältere Männer – fanden in dänischen Lagern Zuflucht.

Nach Kriegsende kamen außer den Flüchtlingen auch viele Soldaten nach Dänemark. Diese transportierten die Briten im Sommer 1945 zurück nach Deutschland. Die Flüchtlinge konnten nicht zurück nach Deutschland,  denn im Rahmen der „geregelten“ Vertreibung kamen so viele andere Flüchtlingstransporte nach Deutschland, dass man die Flüchtlinge in Dänemark warten lassen musste.

Es war also erforderlich, in Dänemark eigene Unterkünfte zu erstellen und langfristig für Nahrung und Kleidung zu sorgen. Die Flüchtlingslager erhielten eine Selbstverwaltung, hatten eigene Kirchen, eigene Schulen.  Erst im Februar 1949 wurden die letzten Lager geräumt.

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